Marketing Automation und Datenschutz Teil 2: Online Marketing

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Dem Datenschutz im Digital Marketing kommt bei der Marketing Automation besondere Bedeutung zu. Im Teil 1 der Serie haben wir datenschutzrelevante Aspekte speziell bei E-Mails betrachtet. Heute wollen wir zwei Aspekte im Bereich Online näher beleuchten:

  • Webtracking und Verhaltensanalyse von Website-Besuchern
  • Das Speichern von Personendaten auf Webseiten

Worum geht es:

Heutige Marketingtechnologien ermöglichen es, das Nutzerverhalten von Interessenten zu erfassen (welcher Nutzer hat welche Inhalte angesehen?) und zu einer eindeutigen IP-Adresse zu schlüsseln oder auch mit weiteren personenbezogenen Daten (z.B. durch eine Registrierung für Newsletter mit Name und Email-Adresse) anzureichern.

Schon bei der IP-Adresse geht es datenschutzrechtlich um „personenbezogene Daten“.

Personenbezogene Daten sind Informationen, die (auch mittelbar) einen Rückschluss auf eine natürliche Person zulässt. Dazu gehören neben Name, Anschrift, Email-Adresse und eben auch Informationen wie z. B. die IP-Adresse. Die Speicherung von solchen Daten unterliegt generell dem Datenschutz. In der Marketing Automation Praxis des Unternehmens sind also Anforderungen an den Datenschutz dann einzuhalten, wenn personenbezogene Daten erfasst, gespeichert, weitergegeben oder verarbeitet werden.

Was muss also beim Webtracking und auch dem Einsatz von Formularen auf Websites beachtet werden und wie setzt man Webtracking und Marketing Automation rechtskonform um?

Maßnahmen zur Umsetzung:

  1. Vorherige Einverständniserklärung des Nutzers: Der Datenschutz sieht vor, dass vor Speicherung das explizite Einverständnis der Person vorliegen muss a) welche personenbezogenen Daten gespeichert werden, b) wo diese Daten gespeichert werden und c) ob und wie die Daten verarbeitet oder weitergegeben werden.
    • Für Webtracking muss dem Nutzer also separat die Möglichkeit gegeben werden, die Einwilligung (etwa durch Pop-up bei Aufruf der Webseite) ausdrücklich zu erklären.
    • Im Rahmen von Marketing Automation Kampagnen wird eine solche Einverständniserklärung direkt über das Formular der Landingpage eingeholt. Hier ist ein eindeutiger Link auf die Datenschutzerklärung zu geben und über ein Häkchen das Einverständnis ausdrücklich abzufordern.
  1. Protokollierung: Im Falle der online abgegebenen Erklärung ist es zudem vom Webseitenbetreiber sicherzustellen, dass die Einwilligung protokolliert, der Inhalt der Erklärung für den Nutzer jederzeit abrufbar bereitgehalten wird. Zum Beispiel für ein Auskunftserlangen eines Nutzers.
  2. Änderung und Löschung: Außerdem ist dafür Sorge zu tragen, dass die Information jederzeit auf Verlangen gelöscht werden kann. Dabei sind auch BackUps, Datenspiegelungen und andere Arten der Sicherung zu berücksichtigen.

 

Speicherung in der Cloud:

Webtracking-Tools und Marketing Automation Suiten sind oftmals Systeme in der Cloud. Das heißt, die Speicherung von personenbezogenen Daten erfolgt nicht im Unternehmen, sondern durch einen Dritten Dienstanbieter.

Das heißt, im Falle der Cloud-Speicherung wird zwischen dem Website-Betreiber und dem Unternehmen, das die Daten im Auftrag dieses Website-Betreibers speichert ein Vertrag über die Auftragsdatenverarbeitung notwendig.

Beispielsweise hat Google für das Tracking mit Google-Analytics in Abstimmung mit dem Hamburger Datenschutzbeauftragen einen solchen Vertrag vorgelegt, den der Webseitenbetreiber mit Google abschließen muss. Darin sind die notwendigen rechtlichen Grundlagen, Pflichten und Vorgänge zur datenschutzkonformen Nutzung des Analysedienstes festgelegt. Der Vertrag wird vom Webseitenbetreiber ausgedruckt und unterschrieben an Google Deutschland in Hamburg geschickt, von dort erhält er ein unterschriebenes Exemplar zurück.

Weiterführende Informationen:

Whitepaper vom Bundesverband Digitale Wirtschaft: Hier anfordern

Wichtiger Hinweis in eigener Sache

Die Cloudbridge Consulting GmbH bietet keine Rechtsberatung an. Die dargelegten Fakten zum Datenschutz im Online Marketing haben somit keine rechtsverbindliche Wirkung. Zur rechtskonformen Umsetzung im Marketing Automation System sollten Sie geplante Umsetzungskonzept von einem juristischen Experten überprüfen und freigeben lassen. Gerne geben wir Ihnen hierzu Empfehlungen!

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